Nur 2.147 Euro brutto im Monat
Freie Journalisten: Unzufriedenheit bei Bezahlung
31.10.2008 10:48 Uhr
Unzufrieden sind freie Journalisten vor allem dann, wenn es um ihre Bezahlung geht. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nach einer Onlinebefragung von mehr als 2.000 Freien im Frühsommer dieses Jahres.
Vor Abzug der Steuern bleiben freien Journalisten durchschnittlich lediglich 2.147 Euro im Monat übrig. Das ist kaum mehr als das Gehalt, das der DJV bei einer vergleichbaren Umfrage vor zehn Jahren ermittelte. "Das durchschnittliche Einkommen ist inflationsbereinigt praktisch gleich geblieben", sagt DJV-Referent Michael Hirschler dem Medienmagazin journalist. Die mehrheitliche Zufriedenheit mit Beruf und Auftragslage dürfe nicht über Einzelfälle hinwegtäuschen. "Jeder neunte Freie wird in diesem Jahr mit ernsthaften finanziellen Problemen zu tun haben, da er sein Auftragspolster als ,schlecht' oder ,sehr schlecht' einstuft." Auch regionale Unterschiede seien nicht außer Acht zu lassen. Insbesondere die befragten Journalisten aus dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern verdienen deutlich unter Schnitt.
Trotz des geringen Einkommens können freie Journalisten in der Regel eine gute Ausbildung vorweisen. Immer mehr Freie haben Abitur und einen Hochschulabschluss. Rund 40 Prozent der Freiberufler absolvierten in ihrer Berufslaufbahn ein Volontariat. "Das Volontariat", so Hirschler, "ist heute nicht mehr Garantie für den Redakteursberuf, sondern führt mit hoher Wahrscheinlichkeit in eine freie Tätigkeit."
Laut Umfrage verdienen Frauen in der Regel immer noch weniger als ihre männlichen Kollegen. An anderer Stelle haben freie Journalistinnen allerdings aufgeholt: Es zeichnet sich ein zunehmend größerer Frauenanteil unter den Freien ab. Waren 1998 Männer noch eindeutig in der Überzahl, beträgt ihr Anteil heute nur noch 55 Prozent.
Weitere Ergebnisse der Freien-Umfrage des DJV lesen Sie in der November-Ausgabe des Medienmagazins journalist.
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