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Quelle: VOX/Twentieth Century Fox

Zukunftsvisionen, Lügen und deutsche TV-Verhältnisse

Kommentar: Zwei richtig gute US-Serien als Benchmark? (exklusiv)

11.03.2010 09:16 Uhr

In "Lie to me" (VOX) merkt der intelligent-launige Dr. Cal Lightman (Tim Roth), wann er belogen wird. Der Wissenschaftler ist Meister im Lesen von Mimik und Gestik der Menschen - jedes Schulterzucken, jede Handbewegung kann er deuten. Doch er erkennt hinter der Fassade auch die Gefühle der Menschen, ganz gleich, ob sie positiv oder negativ sind. Seine Fähigkeiten nutzen er und seine Mitarbeiter der „Lightman Group“, um der Regierung und der Polizei bei besonders schwierigen Fällen zu helfen.

ProSieben, FlashForwardIn „FlashForward“ (Pro Sieben) fallen alle Menschen auf der Erde plötzlich für 2 Minuten und 17 Sekunden in Ohnmacht und sehen die Zukunft aus der Ich-Perspektive. Schnell findet FBI-Agent Mark Benford (Joseph Fiennes), der sich in seiner Zukunftsvision mit der Aufklärung dieses Black-Outs Falls beschäftigt, heraus, dass es sich bei den Visionen um den 29. April 2010 handelt. Er begibt sich mit seinem Team auf die weltweite Suche nach der Lösung für das Rätsel. Nur dumm, dass er in seiner Zukunftversion dabei von Maskierten gejagt wird und seine Frau mit einem neuen zusammen ist, weil er wieder trinkt.

Kein Frage: Beide Serien sind sehenswert. Das „warum“ ist dabei schnell zu beantworten: Sie haben als Kern eine neue, originelle Idee, die man so noch nicht kannte. Also kein Remake, kein lauwarmer Aufguss, keine 20. Variation eines Formates oder eines Genremusters.

Die neuen Idees sind simpel und schnell erzählt. Man fragt sich am Anfang, wie das für eine ganze TV-Staffel reichen kann? Und sieht von Folge zu Folge: Es geht scheinbar sehr gut, wenn man nur die richtigen Drehbuchschreiber hat. In der Tradition von 24, Lost und anderen Serienerfolgen wird neben dem spezifischen Thema für die jeweilige Folge das Metathema der gesamten Serie/Staffel bedient, so dass der Heißhunger auf die nächste Folge verstärkt wird. Weitere Erfolgsfaktoren neben dem Drehbuch: Casting, Requisite, Special Effekts. Es wird nirgendwo gespart – oder zumindest sieht man es nicht. Sehen tut man auch nicht, dass hier „typisch“ amerikanische Themenmuster (wie z.B. bei 24) bedient werden. Die Serien sind problemlos (fast) weltweit einsetzbar.

Das kann man von den meisten deutschen TV-Serien (Derrick mal ausgenommen ;-) leider nicht sagen. Ich freue mich auf den Tag, wenn VOX, ProSieben oder ein anderer Privatsender den Mut und das Geld hat, in der gleichen Liga wie solche Serien spielen zu wollen, indem sie unverwechselbare Serien kreieren, die sich mit FlashForward oder Lie to me messen können und Chancen haben – zumindest als Remake – in den USA gesendet werden. Allein, mir fehlt der Glaube. Zu gut, das Ganze ...

Oliver Hein-Behrens

Links zum Thema

http://www.prosieben.de/tv/flashforward/
http://www.vox.de/serien_13676.php

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