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Suchtechnologie der nächsten Generation

Quaero: 400 Millionen Euro für eine europäische Suchmaschine

08.09.2006 08:24 Uhr

Die deutsche und die französische Regierung sowie die Wirtschaft wollen bei der geplanten Suchmaschine Quaero laut heise.de nicht kleckern, um die Entwicklung voranzutreiben ...

Die deutsche und die französische Regierung sowie die Wirtschaft wollen bei der geplanten Suchmaschine Quaero laut heise.de nicht kleckern, um die Entwicklung voranzutreiben. Die Fördersumme werde sich voraussichtlich auf insgesamt gut 400 Millionen Euro belaufen, erklärte Andreas Goerdeler, Leiter des Referats "Multimedia" beim Bundeswirtschaftsministerium gegenüber heise online.

Allein die Bundesregierung will davon rund 90 Millionen Euro beisteuern, wenn der Bundestag bei seinen Haushaltsberatungen die Finanzmittel freigibt und die EU-Kommission keine Einwände hat. Mindestens genauso viel Geld wollen die deutschen Industriepartner zur Verfügung stellen. Den zweiten, nicht minder großen Teil des Budgets sollen der französische Staat und Firmen aus Frankreich tragen.

Die Projektpartner haben sich Großes vorgenommen und können die finanzielle Unterstützung gebrauchen. "Es geht um die Suchtechnologie der nächsten Generation", gab DFKI-Direktor Wolfgang Wahlster in Berlin als Parole aus. Quaero solle nicht nur "eine Menge Dokumente zurückliefern, sondern präzise Antworten auf Fragen liefern". Dazu komme, dass die Antwortmaschine beliebige Multimedia-Inhalte von Musik über Video-Clips bis zu Büchern erfassen solle.

Laut Wahlster schwebt dem Quaero-Konsortium zur Verbesserung der Such- und Indiziertechnik eine Verknüpfung der vergleichsweise willkürlichen Verschlagwortung von Inhalten über "Social Tagging" bei Web-2.0-Diensten wie flickr mit dem deutlich strengeren Katalogisierungsansatz des so genannten semantischen Web vor. Wenn ein Hobby-Golfer eine Aufnahme seiner Sportart in einer Foto-Community schlicht mit dem Begriff "Golf" kennzeichne, würden dadurch gewisse Mehrdeutigkeiten etwa für Autofreunde bestehen bleiben, brachte Wahlster ein Beispiel. Ein semantisches System würde dagegen die Ambivalenzen erkennen und eine Klassifizierung nach verschiedenen Zusatzbegriffen oder Kategorien empfehlen.

Einerseits solle so "das Chaos der Web-2.0-Technik in Ordnung gebracht" werden, führte Wahlster aus. Andererseits würde der bislang zu stark hierarchiebezogene "Top-Down"-Ansatz des semantischen Web aufgelockert.

Zur allgemeinen Charakterisierung der Quaero-Dienste führte Wahlster an, dass "wir organisieren statt statistisch durchsuchen, die Bedeutung von Prozessen berücksichtigen, interaktive, personalisierte Inhalte und Dienste bereithalten und neue Märkte beflügeln wollen." Das Gesamtprojekt müsse auf die geistigen Eigentumsverhältnisse "fokussiert" werden.

Grundsätzlich ließ Wahlster keinen Zweifel an der wirtschaftlichen Ausrichtung des Quaero-Konsortiums aufkommen. So seien in dem 900 Seiten starken Projektförderantrag an das Wirtschaftsministerium zahlreiche Geschäftsszenarien von Modellen für das Krankenhaus der Zukunft und den schnellen Zugriff auf medizinische Daten bis zur Digitalisierung der ebenfalls beteiligten Deutschen Bibliothek ausgebreitet.

Links zum Thema

http://de.wikipedia.org/wiki/Quaero

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