medienhandbuch.de | Sobald das Merkel Schwäche zeigt, sind wir da! - Interview mit Neu-Spammer Martin Sonneborn (exklusiv)



Neue Spiegel Online-Satire

Sobald das Merkel Schwäche zeigt, sind wir da! - Interview mit Neu-Spammer Martin Sonneborn (exklusiv)

09.11.2006 07:11 Uhr

Seit Anfang November macht er wieder Satire. Ein Jahr nach seinem Rückzug von der Titanic-Spitze schießt Martin Sonneborn seine kleinen Spam-Pfeilchen nun online auf Angela Merkel und Co. - Spiegel Online macht's möglich! Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Und was können wir vom "neuen" Sonneborn erwarten?

Seit Anfang November macht er wieder Satire. Ein Jahr nach seinem Rückzug von der Titanic-Spitze schießt Martin Sonneborn seine kleinen Spam-Pfeilchen nun online auf Angela Merkel und Co. - Spiegel Online macht's möglich! Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Und was können wir vom "neuen" Sonneborn erwarten?


medienhandbuch.de:
Herr Sonneborn, Sie haben Anfang November die neue tägliche Satire "SPAM" auf Spiegel Online gestartet. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Martin Sonneborn:
Es gibt schon seit einigen Jahren Kontakt zu leitenden Redakteuren dort, die Sympathie für Satire haben. Wir haben aber gewartet, bis Spiegel Online so gewaltige Gewinne macht, dass man uns bezahlen kann. Seit drei Monaten ist es soweit ...


medienhandbuch.de:
Warum "Spam"?

Martin Sonneborn:
Ist kurz, war frei, steht sympthomatisch wie kein zweiter Begriff für Satire, Pointen, Arztwitze und mehr ... "Aust" und "Focus" waren schon besetzt!


medienhandbuch.de:
Wie sieht das erste Feedback aus?

Martin Sonneborn:
Gut! Zur Hälfte unflätiges Lob, zur anderen höfliche Beschimpfungen. Der Reiz an der Sache ist, dass wir - anders als bei Titanic - viele Leute erreichen, die zum ersten Mal mit Satire konfrontiert werden.


medienhandbuch.de:
Was hat Sie vor genau einem Jahr nach der fünfjährigen Tätigkeit als Chefredakteur bei Titanic dazu bewegt, das Satiremagazin zu verlassen?

Martin Sonneborn:
Nach über elf Jahren in der Redaktion hatte ich das Gefühl, dass sowohl Titanic als auch mir andere, neue, weniger erprobte satirische Formen ganz gut tun würden. Zudem mag ich Frankfurt nicht, wollte wieder nach Berlin und empfand auch die zwei Wochen Vorlauf, die das Heft hat, bis es am Kiosk liegt, als immer störender.


medienhandbuch.de:
Und viel Stress mit der 2004 gegründeten PARTEI? - Nach ihrem Ausstieg haben Sie ein Jahr lang pausiert ...

Martin Sonneborn:
Eine wirkliche Pause war das nicht! Ich war ein halbes jahr lang auf Lesereise mit dem Buch über WM-Bestechung und die PARTEI. Anschließend bin ich für einen satirischen Kinofilm noch wochenlang vor der Kamera um Berlin herumgewandert.


medienhandbuch.de:
Und sonst?

Martin Sonneborn:
In Cafés herumgesessen, Zeitung gelesen.


medienhandbuch.de:
Wie entwickelt sich Ihr PARTEI-Projekt? Schon ernsthafte Ambitionen für die nächste Wahl?

Martin Sonneborn:
Die Partei wächst und gedeiht; sobald das Merkel weitere Zeichen von Schwäche zeigt, sind wir da. Unser Hauptaugenmerk auf dem Weg zur Macht in diesem Land gilt der Hamburg-Wahl 2008.


medienhandbuch.de:
Sie haben sich schon bei der letzten Wahl vor allem gegen Merkel gerichtet ... Mit dem in den Mund von Polens Regierungschef Jaroslaw Kaczynski gelegten Zitat "So eine wie Sie würde man bei uns in Polen nicht mal als Putzfrau nach Deutschland schicken!" geht das wohl weiter ...

Martin Sonneborn:
Darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort! Ich wiederhole: Mein Ehrenwort! Der Kaczynski-Satz aber - das dürfen Sie nicht verschweigen - stand in der Rubrik "Aus dem Zusammenhang gerissen und falsch zitiert" auf der SPAM-Seite.


medienhandbuch.de:
Die ersten "SPAM"-Themen beschäftigten sich insbesondere mit Afghanistan und Putin. Was erwartet uns zukünftig?

Martin Sonneborn:
Satire, Pointen, Austwitze und mehr ... Pardon, es muß wohl Arztwitze heißen!


medienhandbuch.de:
Was nehmen Sie dabei aus Ihrer PARTEI-Zugehörigkeit mit? Und was aus Ihrer Zeit bei Titanic?

Martin Sonneborn:
Das nach wie vor gültige Motto der PARTEI: "Mauer her - Merkel weg!" Wir sind die Partei, die die Mauer wieder aufbauen will, damit Merkel dahinter wieder weggeschlossen wird. Deutschland hatte seine besten Jahrzehnte, als das Merkel hinter der Mauer weggeschlossen war ... Von Titanic das Pointenarchiv und die Portokasse.


medienhandbuch.de:
Mit welchem kurzen Slogan würden Sie für "SPAM" werben?

Martin Sonneborn:
SPAM - die ganz, gaaanz tolle Satireseite im Internet.


medienhandbuch.de:
Viel Erfolg dabei!

Martin Sonneborn:
Ich danke Ihnen. Die PARTEI vergißt niemanden, der ihr den Weg an die Macht geebnet hat.

Die Fragen stellte Tobias Winkler.

Links zum Thema

http://www.spiegel.de/spam/

Kontakt / Quelle

medienhandbuch.de
Tobias Winkler
t.winkler@medienhandbuch.de

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