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Quelle: schulerVZ

Heftige Dikussionen im Internet

Tatverdächtiger SchülerVZ-Datendieb erhängt sich in Zelle

02.11.2009 01:43 Uhr

Der Tatverdächtige, der angeblich versucht hatte, von SchülerVZ 80.000 Euro zu erpressen, hat sich laut dem VZ blog in der JVA Plötzensee am Wochenende das Leben genommen.

Der VZ Blog in einem Statement: "Wir kennen keine Hintergründe und bedauern diese Entwicklung zutiefst. Allen Angehörigen sprechen wir unser Beileid aus. Alle Presseanfragen zu dieser Entwicklung laufen in diesem Fall über die Senatsverwaltung für Justiz, Herrn Bernhard Schodrowski. Wir bitten um Verständnis, dass wir die Kommentarfunktion zu diesem Eintrag deaktiviert haben, um jeglichen Spekulationen zu Ursachen und Hintergründen – die uns nicht bekannt sind – ebenso keinen Platz einzuräumen wie Beleidigungen und Verleumdungen."

Im Internet hat der Todesfall inzwischen zu heftigen Diskussionen und Kommentaren geführt. So verzeichnet eine Meldung bei heise.de zum Thema nach nur wenigen Tagen bereits über 1.100 Kommentare.

Laut Pressemeldung der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vom 28.10. ergab eine erste Sichtung und Überprüfung,  dass es bei den über 100.000 Datensätze aus dem Netzwerk SchülerVZ um "sensible personenbezogene Daten auch von solchen Teilnehmern dabei waren, die ihre Daten in dem Netzwerk nur für Freunde sichtbar eingestellt haben. Eine nicht näher bekannte Person hatte dem Internetblog netzpolitik.org die Datensätze zukommen lassen. Diese Daten wurden an den vzbv weitergereicht."

Die vzbv-Pressemeldung im Originaltext weiter:

"Bislang gaben die Betreiber an, private Daten, die nur für Freunde sichtbar sind, seien vor dem Zugriff unbefugter Dritter sicher. Der vzbv hat den zuständigen Berliner Datenschutzbeauftragten in Kenntnis gesetzt und ihm die Datensätze sowie ein ebenfalls zugegangenes Programm, mit dem diese Daten angeblich erhoben wurden, zur weiteren Prüfung übergeben.

Lücken bei allen drei Plattformen der VZ-Netzwerke-Gruppe

Zusammen mit den Daten ging eine Nachricht beim vzbv ein, in dem der mutmaßliche Datenerheber betont, dass ihm nicht an einer Veröffentlichung der Daten gelegen sei. Vielmehr sei sein Anliegen über mangelnde technische Sicherheitsvorkehrungen und die grundsätzliche Unsicherheit von Daten in Sozialen Netzwerken aufzuklären. Zudem seien die Lücken bei allen drei Plattformen der VZ-Netzwerke-Gruppe identisch. Neben Geburtsdaten seien auch sensible Daten wie die politische Einstellung betroffen.

Anbieter Sozialer Netzwerke müssen mehr für den Schutz der Daten tun

Der vzbv fordert die Anbieter Sozialer Netzwerke auf, mehr für den Schutz der Daten ihrer Kunden zu tun. "Statt zu versprechen, dass ihre Daten gut aufgehoben sind, müssen die Anbieter die technisch höchste Sicherheit bieten - wenn nötig auch zu Lasten des Nutzerkomforts", appelliert Vorstand Gerd Billen. Zudem sollten die Betreiber die potentiellen Risiken klar benennen, die mit einer Veröffentlichung privater Daten im Netz verbunden sind. Nur so könnten die Nutzer - im Falle von SchülerVZ Schüler und deren Eltern - abwägen, wie freizügig sie ihre persönlichen Daten kommunizieren."

Links zum Thema

http://blog.studivz.net/2009/10/31/heute-erreichte-uns-die-folgende-traurige-nachricht/


http://www.vzbv.de/go/presse/1225/index.html

Kontakt / Quelle

blog.studivz.net
www.vzbv.de
www.heise.de

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